Die Mika Fly – Die Allround- und Reizfliege

Die Entstehung der Mika Fly – Eine Küstenfliege für alle Fälle
Meine Idee war es, eine Fliege zu kreieren, die im Frühjahr und Herbst zuverlässig Meerforellen fängt. Die Mika Fly habe ich 2015 zur Geburt unseres Sohnes Mika entwickelt und gebunden.
Die verwendeten Bindematerialien ergeben ein harmonisches und zugleich kontrastreiches Farbschema. Diese Fliege wird leicht und luftig gebunden und erzeugt beim Fischen unter Wasser ein attraktives Spiel.
Wenn die nötigen Bindematerialien vorhanden sind, lässt sich die Mika Fly mit etwas Übung leicht selbst binden.
Materialliste für die Mika Fly
- Haken: F16 Gamakatsu, Gr. 4 - 6
- Schnur: Transparenter monofiler Faden
- Beschwerung: 0,35 mm Bleidraht (Länge ca. 5-6 mm je nach Bedarf)
- Schwanz: 4 - 5 Wildschweinrückenborsten (Schwarzwild)
- Körper: Dubbing-Mix aus ca. 2/3 heller Wildschweinunterwolle und ca. 1/3 hellem Hasendubbing
- Reizpunkt: Synthetik-Dubbing (orange) für den Kopfbereich
- Hechel: Geeignete große Rückenfeder eines männlichen Jagdfasans
- Hilfsmittel: Bindewachs, Bindelack, Bürste
Bindeanleitung für die Mika Fly
1. Die Beschwerung für einen stabilen Lauf
Nach der Grundwicklung auf dem Hakenschenkel ein ca. 5-6 mm langes Stück 0,35 mm Bleidraht je nach Bedarf mittig und unterhalb des Hakenschenkels einbinden. Das bringt die Mika Fly auf die gewünschte Tiefe und sorgt für einen stabilen Lauf im Wasser.
2. Der Schwanz aus Wildschweinborsten
Anschließend den Schwanz aus 4 - 5 Wildschweinrückenborsten (Schwarzwild) einbinden. Diese Wildschweinborsten verästeln sich zum Ende hin sehr fein und wirken sehr natürlich.
3. Den Körper aus dem Dubbing-Mix formen und sichern
Das Bindematerial für den Körper besteht aus einem Dubbing-Mix: ca. 2/3 Wildschweinunterwolle (hell) und 1/3 Hasendubbing (hell). Ich bevorzuge für den Körper der Mika Fly helle Wildschweinunterwolle. Die wirkt im Wasser etwas transparent und macht die Fliege attraktiv.
Warum dieser Dubbing-Mix?
Zusammen mit Hasendubbing lässt sich die Wildschweinunterwolle angenehmer auf dem monofilen Faden verarbeiten. Ich verwende gerne einen transparenten monofilen Faden für die Mika Fly.
Vorteil: Ein monofiler Faden ist nach dem Sichern mit Kreuzwicklungen des Körpers nicht sichtbar.
Nachteil: Ein monofiler Faden ist glatt und Wildschweinunterwolle lässt sich grundsätzlich schwerer verarbeiten als Standard-Dubbing. Diesen kleinen Nachteil nehme ich aber gerne in Kauf.
Wenn keine Wildschweinunterwolle vorhanden ist, funktioniert der Körper der Mika Fly auch nur mit hellem Hasendubbing.
Damit der Dubbing-Mix am glatten monofilen Bindefaden gut haftet, trage ich Bindewachs auf dem monofilen Bindefaden auf. Nun wird der Dubbing-Mix gleichmäßig und sparsam mit den Fingern auf den Bindefaden gesponnen. Dieser Vorgang geht ein wenig schwerer als bei normalem Dubbing.
Bevor ich jetzt den Dubbingkörper forme, trage ich erst noch Bindelack auf den kompletten Hakenschenkel auf. Sofort im Anschluss verarbeite ich das Dubbing und forme den Körper in den noch frischen feuchten Bindelack am Hakenschenkel hinein.
Der Vorteil: In einem Arbeitschritt sichert man so Schwanz, Bebleiung und Dubbingkörper auf dem Hakenschenkel für einen sicheren Halt.
Anschließend wird der Körper am Hakenschenkel mit zusätzlichen Kreuzwicklungen gesichert.
Das hat zwei Vorteile: Es verlängert die Lebensdauer der Mika Fly und unterstützt die schlanke Körperform. Im Anschluss bürste ich den Körper ein wenig aus. Das verleiht der Fliege ein attraktives und natürliches Aussehen.
4. Der orangefarbene Reizpunkt als Baukastensystem
Im vorderen Bereich des Hakenschenkels Richtung Öhr befindet sich bei der Mika Fly immer ein orangefarbiger eingebundener Reizpunkt aus Synthetik. Dieser Reizpunkt ist variabel und wird in unterschiedlichen Größen eingebunden.
Warum die unterschiedlichen Größen?
Jede Größe verändert die Sichtbarkeit und das Erscheinungsbild der Mika Fly für die Fische unter Wasser. Die Meerforellen reagieren unterschiedlich auf diese Fliegen.
Jahreszeiten, Wassertemperatur und Wetterbedingungen spielen dabei eine Rolle. Auch die Trübung des Wassers im Wurfbereich ist von Bedeutung. Je nach aktuellen Küstenbedingungen vor Ort wähle ich mir die passende Fliege am Wasser aus.
Diese variablen Größen der orangenen Reizpunkte machen die Mika Fly an der Küste flexibel und vielseitig einsetzbar. In den kälteren Monaten an der Ostseeküste oder bei trüben Wasserbedingungen fische ich häufig Varianten mit größeren, deutlich sichtbaren Reizpunkten.
Etwas kleinere gebundene Reizpunkte fische ich häufiger im klaren Ostseewasser und tendenziell in den wärmeren Sommermonaten. Dieses System, bei wechselnden Bedingungen variabel große Reizpunkte zu fischen, hat sich über die Jahre bei mir entwickelt und erfolgreich bewährt.
Deshalb sehe ich es heute wie ein Baukastensystem.
5. Die Fasanenrückenfeder für die Silhouette
Den Abschluss der Mika Fly bildet eine große, passende Fasanenrückenfeder. Diese Federn haben schöne lange, einzelne Hechelfasern. Die Flexibilität der einzelnen Hechelfasern möchte ich zwischen einer weichen Spey-Hechel und einer steiferen Hahnen Hechel einordnen.
Das Federkleid jedes einzelnen Jagdfasans fällt farblich etwas anders aus. Die Farbpalette der Rückenfedern erstreckt sich von Hell- bis Dunkelbraun sowie bis zu Rostbraun. Manchmal bringt die Natur Federn mit metallischem Glanz oder auch leicht gesprenkelten Varianten hervor. Grundsätzlich haben sich in der Praxis alle diese Muster und Farbvarianten als brauchbar und fängig erwiesen.
Ein kleines Stück vor dem Hakenöhr wird bei der Mika Fly die große passende Fasanenrückenfeder eingebunden. Gerne dürfen dabei die Hechelfaserspitzen der Rückenfeder bis an das Ende des Schwanzes der Mika Fly reichen. So wird der orange sichtbare Reizpunkt von den einzelnen Hechelfasern leicht subtil verdeckt und schimmert unter Wasser zwischen den einzelnen sich bewegenden Hechelfasern verführerisch hindurch. Das erzeugt die attraktive Silhouette der Fliege und hat sich in der Praxis bewährt.
Tipp!
Alte elektrische Kaffeemühlen aus den 1980er-Jahren eignen sich sehr gut, um verschiedene Dubbing-Materialien schnell und gleichmäßig miteinander zu vermischen.

Köderführung, Taktik und Praxiserfahrungen mit der Mika Fly
Anfangs fischte ich die Mika Fly an der Küste ausschließlich im Frühjahr und Herbst auf Meerforellen. Aber mit jedem weiteren Fang gewann ich immer mehr Vertrauen in diese Fliege. Im Laufe der Zeit fischte ich sie auch in den Sommermonaten, gerne früh morgens und spät abends im schwachen Licht.
Z. B. am 02.08.2025, an einem Hochsommertag an der Ostküste der Insel Langeland, konnte ich mit der Fliegenrute eine silberblanke Sommermeerforelle von 3100 g und 65 cm Länge mit der Mika Fly zum Biss verleiten und anschließend sicher landen.
Heute fische ich diese Fliege zu jeder Jahreszeit und fange mit ihr das ganze Jahr über Meerforellen an der Küste. Sie lässt sich mit dem Spirolino oder der Fliegenrute gleichermaßen gut werfen und fischen. Mit der Fliegenrute fische ich die Mika Fly in eher ungleichmäßigen, nicht allzu langen Zügen und passe die Geschwindigkeit der Jahreszeit und Wassertemperatur an.
Die Mika Fly ist meine Allround-Fliege und ich würde sie heute als Reizfliege bezeichnen. Im Laufe der Zeit hat diese Fliege nicht nur an Langelands Küsten blanke Meerforellen von über 70 cm gefangen, auch wilde Steelheads, Regenbogenforellen, Hornhechte und Makrelen.
Diese Fliege hat über einen langen Zeitraum ihre Vielseitigkeit an der Küste gezeigt. Deshalb hat die Mika Fly zusammen mit der PG Reje und dem Langeländer Pølse Flue einen festen Platz in meiner Fliegenbox. Heute ist sie eine meiner Lieblingsfliegen an der Küste.

Ein Wort zum Schluss ...
LANGELAND FLYFISHING ist mein Herzensprojekt!
Hier geht es mir um Information und Wissensaustausch. Deshalb zeige ich meine Fliegen genau so, wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Ich teile gerne die Mika Fly mit euch – wenn ihr wollt, bindet sie nach, fischt sie und fangt an der Küste eure Meerforellen mit ihr. Über ein ehrliches Feedback zu dieser Fliege freue ich mich sehr.
Gerne könnt ihr mir eure Erfahrungen und Fangerlebnisse zur Mika Fly über das Kontaktformular meiner Webseite zusenden.
Ich wünsche euch an der Küste immer eine stramme Leine.
Petri Heil & Knæk og Bræk!
Andreas Jendrichowski – LANGELAND FLYFISHING
• Mika Fly
Diese drei Fliegen sind meine Privat- Muster und werden nicht gewerblich im Handel angeboten oder vertrieben.
Fachbeitrag & Veröffentlichung im Magazin FliegenFischen
Die Bindeanleitung und Geschichte zur Mika-Fliege erschienen unter dem Titel:
Mika und die Meerforellen
Magazin FliegenFischen (Ausgabe 6/2017), JAHR MEDIA GmbH & Co. KG
